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NOF-Schule | Forum

zur Schule NOF-NetObjects-Tutorials von Tommy Herrmann


Künstlersozialkasse und Webdesign
#1
Hallo zusammen,

da der Mobirise Popup Thread von Frank aus verständlichen Gründen von Barbara geschlossen wurde, mache ich jetzt zwei neue auf.

Tommy hat behauptet, dass man für die Erstellung einer Website Sozialabgaben leisten muss. Hier brauche ich jetzt Nachhilfe! Wenn ich mir von einem Webdesigner eine Website erstellen lasse, dann kaufe ich doch eine Dienstleistung ein. Welche Sozialabgaben der Selbstständige leistet, ist doch nicht meine Angelegenheit. Ich habe mir für meine Praxis Bilder malen lassen und inkl. Mehrwertsteuer bezahlt. Was die Künstlerin hier abgeführt hat, weiß ich natürlich nicht.

Ich verstehe nicht, was Tommy meint. :confused:

@Tommy, vielleicht kannst Du das (ganz entspannt Cool ) noch einmal erläutern.
Keine Zeit, muss Haare machen!
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#2
Martin,

ich hatte eben genau das Problem, zumal ich ja sehr viel mit Künstlern zu tun hatte. Dabei kam es immer darauf an, ob diese Künstler eben selbstständige Künstler sind. Die sind häufig in der Künstlersozialkasse versichert, weil diese sehr viel günstigere Beiträge hat als die normale Rentenversicherung.

Es ist aber bei den Beiträgen an die Künstlersozialkasse vollkommen unerheblich wo diese Künstler versichert sind (vielleicht auch bei der AOK), denn der Beitrag an die Künstlersozialkasse wird vom Auftraggeber in jedem Fall fällig.

Es ist also für den Auftraggeber auch vollkommen egal, ob der Künstler überhaupt versichert ist und auch Beiträge an irgendeine Sozialversicherung abführt.

Es ist gesetzlich so vorgeschrieben, dass man als Firma und Auftraggeber eines Künstlers einen Solidar-Beitrag zur Künstlersozialkasse leisten muss (so ähnlich zu verstehen, wie der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung), wenn mit der Webseite eine Werbemaßnahme verfolgt wird.

Mit andern Worten, Du musst für den Betrag, den Du diesem Künstler bezahlt hast, z.Zt. (glaube ich) ca. 4,2% Abgaben an die Künstlersozialkasse bezahlen. Dabei ist es vollkommen unerheblich ob der Künstler in Deutschland arbeitet oder aus dem Ausland und z.B. US-Amerikaner ist und ob er überhaupt und wo er versichert ist.

Webdesigner sind vom Bundessozialgericht (seit 2005) als Künstler definiert worden:

https://www.kuenstlersozialabgabe-hilfe.de/webdesigner/

... natürlich nur dann, wenn diese selbstständig tätig sind und nicht z.B. in einer Körperschaft, wie einer GmbH als Angestellte arbeiten, denn dann bezahlt ja der Arbeitgeber diese Sozialabgaben bereits. Auch als Einzelunternehmer ist er in einer Körperschaft kein Künstler, denn nur eine natürliche Person wird als Künstler angesehen.

Arbeiten sie als sogenannte "freie Mitarbeiter" für z.B. eine Agentur, sind sie auch als Künstler anzusehen. Dann ist es auch fraglich und oft so, dass es sich um "Scheinselbstständige" handelt, denn viele Arbeitgeber versuchen sich so um die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung zu drücken. Das ist aber ein anderes Thema und kann den Auftraggeber der Agentur sehr teuer zu stehen kommen.

Da gibt es vier Kriterien - wenn nur eines davon zutrifft ist der freie Mitarbeiter eigentlich als Angestellter zu verstehen und der Auftraggeber muss Sozialabgaben ohne Ende nachzahlen. Z.B. ist ein Kriterium die finanzielle Abhängigkeit des Mitarbeiters oder wenn er z.B. keine anderen Auftraggeber als diese eine Agentur hat oder auch, wenn er überwiegend in den Räumen des Auftraggebers arbeitet.

Bitte rufe Deinen Steuerberater an, der weiß darüber ganz genau Bescheid.
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#3
Surprised Das gibt es ja nicht! Ein Selbstständiger, für den der Auftraggeber Sozialabgaben leisten muss. Das ist ja sozialistischer als damals in der DDR (sorry!).
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#4
Ja - das fand ich auch. Ich hatte deswegen eine Sonderprüfung der Deutschen-Rentenversicherung und das war echt grenzwertig.

Verstehen tue ich es aber, denn wer unterstützt den sonst diese, meist nicht besonders gut bezahlten, Künstler - wenn sie doch selbstständig sind. Diese sollen ja nicht eines Tages als Sozialfall dem Steuerzahler auf der Tasche liegen - das ist die Idee dahinter.

jepp -in etlichen Dingen war die DDR da auch weiter als wir :eek:
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#5
Ja was ist denn mit den Handwerkern, Gebäudereinigern usw.? Die müssen auch sehen, wie sie klar kommen und da sie keine Künstler sind, hamm' se wohl Pech gehabt! Huh
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#6
ja - man sieht da Künstler eben als Sonderfall an (sind sie eigentlich meist auch).

Genau deswegen gibt es ja diese Einrichtung "Künstlersozialkasse" überhaupt erst.

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnst...rsicherung


https://www.kuenstlersozialkasse.de/

Siehe auch hier:

19. Sind Zahlungen an Webdesigner abgabepflichtig?

https://www.kuenstlersozialkasse.de/unte...erter.html
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#7
Deswegen habe ich meine Firma auch so genannt  Wink

[Bild: logo3.png]

Nix Wedesign oder so  :D
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#8
(06.10.2020, 20:56)kfz-fotograf schrieb: Deswegen habe ich meine Firma auch so genannt  Wink

[Bild: logo3.png]

Nix Wedesign oder so  :D

Hallo KFZ Fotograf,

mein Kumple hatte das Problem das er dann nicht nur in der Handelskammer war
sondern auch noch Mitglied der Handwerkskammer, hast du auch das Probelm.
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#9
Du meinst als Fotograf ?

Ja, die wollen einen dann immer schnell zum Zwangsmitglied machen.
Als Fotograf musst Du in die Handwerkskammer  Crying

Aber nach Anmeldung hast Du erstmal ein Jahre Beitragsbefreiung, danach richtet sich der Beitrag nach dem Gewinn.

Ab 5200 Euro Gewinn musst halt zahlen  Surprised
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